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Westernreiten und mehr ...
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Diese Seite ist für die Pferde und deren Besitzer oder Reitbeteiligungen. Sie gibt ihren Stand und die Entwicklung bis zum Zeitpunkt der Einstellung auf dieser Seite aus meiner Sicht wieder. Sie erscheinen in alphabetischer Reihenfolge der Pferdenamen.
An meine Schüler: Bitte nicht enttäuscht sein, wenn sich der eine oder andere noch nicht wiederfindet. Ich arbeite dran zu euch allen was zu schreiben - versprochen (auf jeden Fall die, die es möchten):
 
 
 
Bambha
 
Annett habe ich vor vielen Jahren als Tierarzthelferin kennengelernt auf dem Weg zur Tierphysiotherapeutin. Sie hat sich Bambha, eine Connemarastute, als Jungpferd gekauft und durch einen befreundeten Westerntrainer anreiten lassen. Da er räumlich einfach zu weit entfert war hat sie mich angesprochen ihr in der weiteren Ausbildung von sich selbst und ihrem Pferd zu helfen. Was ich gerne gemacht habe. Bambha ist ein kleines Powerpaket, deren Lieblingsgangart Galopp ist. Annett hat aufgrund eines früheren Reitunfalls ein leichtes Hüftproblem, welches wir natürlich berücksichtigen mussten. Die zwei haben sich aber gesucht und gefunden. Annett liebt ihre Bambha und verzeiht ihr gerne den einen oder anderen Übermut. Dagegen paßt Bambha aber auch auf Annett auf. Im Training ging es also überwiegend darum die Energie des Pferdes in Arbeit umzulenken. Nicht nur vorwärts, sondern auch mal seitwärts oder rückwärts. Bambha hat einen wunderschönen Raumgriff im Trab und eine runde Galoppade (sieht man sehr schön auf den Fotos). 
Nachdem wir ein Jahr miteinander gearbeitet haben, in dem Annett und ihr Pferd ein reguliertes Tempo, sowie Kruppe herein, Schulter herein, Seitengänge, ... gelernt haben, sind die beiden, mit viel Aufregung, auf ihrem ersten Turnier gestartet, einer Reiterprüfung des Connemara-Zuchtverbandes - erster Platz. Auf dem Foto sieht man die beiden stolz bei der Ehrenrunde. In der Zuchtklasse hat Bambha den zweiten Platz belegt. Wir haben danach noch ein Jahr zusammen arbeiten können, in dem wir mit der Vorbereitung zum fliegenden Wechsel begonnen haben. Aufgrund einer beruflichen Veränderung von Annett sind die Beiden umgezogen, sodass wir leider nicht mehr regelmäßig weiter trainieren konnten. Aber wir sehen uns gelegentlich zu Wochenendkursen und haben auch weiterhin noch sehr netten Kontakt.
 
Annett ist heute selbstständig mit einer Praxis für Tierphysiotherapie, Tierakupunktur und Tierhomöopathie. Sie hat mir schon bei einigen Trainingspferden mit ihrem Fachwissen zur Seite gestanden und diese erfolgreich therapieren können.
Ein dickes Dankeschön dafür!                                                                       Ihre homepage: www.FITTEVIERBEINER.de 
 
 
 
Eskiya
  
Eskyia ist ein heute 5-jährige Berberstute, an die Heidrun durch Zufall gekommen ist. Ihre Chefin hat sie ihr geschenkt. Das ist doch auchmal was. Als Heidrun sie bekam war Eskiya gerade 2 1/2 und schon gut an den Menschen und alles, was damit zusammen hängt, gewöhnt. Eine ganz, ganz liebe junge Stute, voll Vertrauen in den Menschen und das, was er mit ihr macht. Was sich dadurch gezeigt hat, dass sie ohne Angst überall mit Heidrun hingeht, alles mit sich machen läßt, und eher neugierig als ängstlich ist. Ein großes Lob an die Züchter! D.h. bei diesem Team bestand und besteht die Hauptsache darin, das Vertrauen, dass Eskiya in die Menschen setzt, nicht zu zerstören.
 
Zu Heidrun muss man sagen, dass sie ein wenig an Ihrem Selbstvertrauen im Umgang mit diesem jungen Pferd arbeiten muss. Heidrun ist oft zu lieb und läßt ihr ein paar Sachen durchgehen, die sich, mit dem zunehmenden Alter von Eskiya, natürlich auch schnell in Dominanzprobleme umwandeln können. Da ein Berber frühestens mit 5 Jahren eingeritten werden soll hat sie also 2 Jahre Zeit gehabt fleißig am Boden mit ihrem Pferd zu arbeiten. Was sie mehr oder weniger fleißig tut ;-) . Heidrun und ich kennen uns schon sehr lange und sie hat meine Entwicklung und
Arbeit mit den Pferden über lange Zeit beobachten können. Vor ihrem eigenen war sie mit Oli, ihrem Pflegepferd schon bei mir im Training. Dort hat sie einiges zum Reiten gelernt, aber Oli war im Umgang ein alter Hase. Bei ihrem jungen Pferd, das seine Grenzen durchaus testet und noch angeleitet werden musste hat sich doch schnell ihre Pferd gegenüber walten zu lassen. Was ja nicht bedeutet, dass man sein Pferd nicht mehr streicheln oder damit schmusen darf. Es müssen nur ein paar Grundregeln eingehalten werden. Z.B. ging Eskiya gerne mit Heidrun spazieren als das es umgekehrt war. Das hört sich alles nicht so gravierend an, ist bis zu einem gewissen Maß auch teilweise lustig, aber die Probleme kommen mit dem Erwachsenwerden des Pferdes. So haben wir bisher unsere Arbeit auf gute Bodenarbeit an der Longe und am "langen Zügel" konzentriert, auf Benimmmregeln, d.h. ruhig stehen bleiben beim Putzen, nicht vorbeilaufen wenn man mit ihr spazieren geht, auf Biege- und Gymnastizierungsübungen vom Boden aus. Eskiya ist super aufmerksam und, wie schon erwähnt, überhaupt nicht schwierig. Sie nimmt die Kommunikation mit dem, der mit ihr arbeitet sofort und willig an. Wir haben sie anfangs ohne, dann mit Longiergurt longiert, dann mit Sattel, sodass sie Zeit hatte sich an etwas auf ihrem Rücken zu gewöhnen. Nachdem die Longenarbeit gut gelaufen ist, konnten wir im letzten Trainings damit anfangen, sie sogar kurzfristig an einen Reiter zu gewöhnen. Anfangs mußte Heidrun sich beim Putzen auf eine Kiste stellen und sich beim Putzen schonmal weit über den Rücken lehnen. Im zweiten Schritt haben wir Heidrun über den Rücken von einer auf die andere Seite rutschen lassen. Da Eskiya auch da nichts gemacht hat, konnte sie sich ganz drauf setzen und, das brauche ich wohl nicht groß zu erwähnen, sie war überglücklich !!! Abgeschlossen haben wir damit, dass Eskiya ein paar Runden im Schritt und sogar im Trab mit Reiter allerdings ohne Sattel, in der Longierhalle gelaufen ist. Für den ersten Reiterkontakt in Bewegung haben wir allerdings Riva "missbraucht", die gewichtsmäßig sehr leicht ist und einen perfekten lockeren Sitz ohne Sattel hat. Wir wollten auf keinen Fall, dass Eskiya das erste Reiten als unangenehm empfindet. Mit Heidrun müssen wir an dieser Lockerheit noch etwas arbeiten, was für sie aber auch vollkommen in Ordnung ist.  In diesem Jahr werden wir richtig mit dem Anreiten beginnen. Da Heidrun in der Eifel wohnt, kann sie nur alle paar Wochen zu mir kommen, aber das möchte sie auf sich nehmen, da sie die ersten Ausbildungsschritte unbedingt mit mir machen möchte - Danke dafür. Ich glaube aber, dass die beiden, wenn es so gut weiter läuft, schnell zueinander finden und schon bald überwiegend alleine arbeiten können. Heidruns Ziel mit Eskiya ist das Distanzreiten. Schaun wir mal, wo wir die beiden in ein paar Jahren sehen werden ;-) .
 
 
 
Fiddle
 
Fiddle und Markus! Zu den beiden könnte ich seitenweise was schreiben, da wir uns eigentlich schon ewig kennen. Zahlreiche Kurse, Trainingswochenenden und Wanderritte haben wir gemeinsam erlebt. Ich habe den kompletten Werdegang dieser Beiden begleitet und freue mich, dass ich das auch heute noch tun darf. Die heute (2009) 15-jährige Fiddle habe ich als etwas braunes, filtzendes kennengelernt. Schon beim Aufsteigen lief sie los und Markus rief mir zu, dass er erstmal 30 Runden mit ihr galoppieren müsse, bevor wir mit dem Training anfangen könnten. Ein gefundenes "Fressen" für mich, denn so habe ich ihn gar nicht erst aufsteigen lassen. Wir verbrachten also die erste Stunde damit in Fiddle und Markus die Idee reinzubringen, dass ein Pferd beim Aufsteigen auch durchaus stehen bleiben kann. Hört sich witzig an, ist es aber nicht, wenn man von solch einer Unart seines Pferdes persönlich betroffen ist. Markus hat sich Fiddle gekauft um auf ihr richtig reiten zu lernen. Fiddle, eine junge, absolut liebe Quarterstute mit einem wirklich enormen Vorwärtsdrang. Schenkel ans Pferd hieß Tempo. So verbrachten wir eine ganze Zeit damit, dass Pferd an den Schenkel und Markus an die Konsequenz der Führung seines Pferdes zu gewöhnen. Und Fiddle hat uns da anfangs wirklich manchmal auf eine harte Probe gestellt, war aber nie böse in der Form von Buckeln oder Steigen, nur eben schnell. Sieht man sie heute möchte man das gar nicht glauben. Fiddle kann alles. Sie trägt sich wunderschön in den einzelnen Gangarten, geht schöne Übergänge.
Seitengänge in allen Gangarten, ... Natürlich, da sie ein Westernpferd ist und sein soll, geht sie einhändig genauso schön wie beidhändig, ob mit oder ohne Kopfstück, ihr Tempo ist durchweg kontrolliert.  Pleasure und Horsemanship sind mitlerweile ihre Paradedisziplinen. Die Reininglektionen beherrscht sie, wird aber darin sehr zurückhalten geritten, da die beiden gesundheitlich viele Höhen und Tiefen durchlebt haben. Das Training wurde immer wieder von langen Auszeiten begleitet. Aber zu Beginn einer jeden neuen Trainingsperiode konnten wir feststellen, dass sie nichts vergessen oder verlernt hatte. Heute ist es so, dass Fiddle ein chronisches Rückenproblem hat, welches nicht mehr ausheilen wird. Die Klinik wollte Fiddle operieren, ein halbes Jahr in einen Hängeverband hängen, mit einer 50:50 Chance, dass diese Operation Erfolg haben würde. Markus hat sich anders entschieden. Er hat Fiddle nochmal für ein Jahr komplett in Ruhe gelassen. Danach haben wir langsam, sehr überlegt und ganz gezielt, in Absprache mit dem begleitenden Tierarzt, Fiddles Muskulatur aufgebaut. War Markus vor dieser Erkrankung so ein bisschen lasch mit dem Training und hat Fiddle immer wieder viel Ruhephasen gegönnt, war er jetzt in der Verpflichtung durch regelmäßiges Training die Muskulatur aufzubauen und auch zu erhalten. Es hat sich bezahlt gemacht! Hier muss man erwähnen, dass er aber auch eine tolle Reitbeteiligung hat, die sich viel Mühe in der Unterstützung des Aufbautrainings gegeben hat. Fiddle und Anna sind mitlerweile ebenfalls ein super eingespieltes Team (schaut mal unter "Eindrücke", da seht ihr die beiden). Fiddle läuft seitdem ohne weitere Ausfälle und das ist jetzt gut 4 Jahre her. Wir fangen sogar wieder an den Galoppwechsel zu trainieren. Sie wechselt, aber saubere Wechsel fallen ihr sichtbar schwer, was durchaus mit dem Rücken zusammenhängen kann. Mit der Akzeptanz der Wechselschwierigkeit bräuchten Markus und Fiddle meine Unterstützung schon seit langem nicht mehr, aber wir finden immer wieder Kleinigkeiten, an denen es uns Spaß macht zu arbeiten. Daneben ist es Markus wichtig, dass sein Pferd lauftechnisch unter "dritter" Kontrolle bleibt. Ich sehe bei ihr natürlich mitlerweile schon von aussen sehr viel und reite sie ab und an immer wieder um gezielt das eine oder andere Problem, das muskelmäßig und von der Lockerheit her, entstehen könnte, im Keim zu ersticken.
Fiddle ist ein wirklich ganz, ganz tolles Pferd mit einem hammermäßig guten Charakter. Sie setzt ihr Vertrauen voll in den Menschen und gibt ihm ihres zurück. Sollte sie irgendwann mal gehen müssen - und das wird so sein - ist sie nicht zu ersetzen (aber welches Lebewesen ist das schon?!). Doch daran denken wir heute natürlich noch lange nicht!!!!!! Zur Zeit ist ihre Nebenbeschäftigung Patricia, Markus Tochter, die Angst vor Pferden und dem Reiten zu nehmen. Patricia hat leider schlechte Erfahrungen zum Thema reiten gemacht bevor Markus mit der Bitte an mich rangetreten ist, Unterricht mit seiner Tochter auf seinem Pferd zu machen. Das ganze sah so aus, dass Patricia sich nur noch festgeklammert hat, loslassen des Sattelhorns war fast nur im Stand möglich. Der Stachel saß sehr tief. Wir sind jetzt ein gutes 3/4 Jahr dabei und Patricia lacht wieder beim Reiten. Sie hat ein solches Vertrauen zu Fiddle (und Gott sei Dank auch zu mir ;-) ), dass sie alle drei Gangarten (in der Longierhalle) durchreitet. Sie hält sich immer nochmal zwischendurch fest, was total ok ist, aber die Phasen ohne Festhalten überwiegen schon deutlich. Und nach jeder Stunde mit Patricia bleibt Markus und mir nur zu sagen: Danke Fiddle!
 
 
 
Flavio
 
Zu Flavio muss man mehr erzählen. Der heute 8-jährige Flavio ist vor gut 1 1/2 Jahren, Anfang 2007, zu uns an den Stall gekommen. Tina, die Besitzerin, hat eine wahre Krankheitsodyssee mit ihrem Pferd durchgemacht. Die Krankheit ihres Pferdes war u.a. ein Grund für den Stallwechsel an unseren Stall - wo wir uns dann auch kennengelernt haben. Aufgrund der vielen Krankheiten und der damit verbundenen Stehphasen war Flavio ein wenig spannungsgeladen wenn er geritten wurde, sodass sich dort bei Tina ein Unwohlsein entwickelt hatte, was sich dadurch zeigte, dass sie das Vertrauen verloren hatte, ihren Flavio beim Reiten mal loszulassen, entspannen zu lassen, ihm durch ihre Führung Sicherheit zu geben. Zudem zeigte Flavio eine Unart im Gelände in der Form, dass er scheinbar grund- und kopflos rückwärts gelaufen ist - ohne Rücksicht auf das was hinter ihm ist. Das ging bis an die Grenze des Steigens, 180 Grad Wendung und im Galopp zurück zum Stall. Vorteilhaft zu der Zeit - und auch heute noch - Tina hat tolle Reitbeteiligungen, die sich beherzt mit dem Thema auseinander setzen wollten. Martina, eine davon, sehen wir auf den Fotos. Als Tina nach einiger Zeit auf mich zukam zwecks Unterricht mußte sie mich erst mal über Flavios Krankheit aufklären. Flavio hatte ein starke Vergiftung, an der er auch beinahe eingegangen wäre. Aufgrund dieser Vergiftung sind die Nervenbahnen in seinem Rücken verkümmert, die seine Bewegungen z.T. unkoordiniert machten. Das zeigte sich u.a. dadurch, dass er die Hinterbeine hinter sich hergezogen und richtige Schleifspuren im Sand hinterlassen hat. Seine Rückenmuskulatur war auf eine Minimum zurück gegangen. Flavio mußte neu laufen lernen! Durch die inaktive Hinterhand ist Flavio stark vorhandlastig gelaufen, was
wiederum dazu geführt hat, dass er sich vorne stark aufgebaut hat, und phasenweise hinter dem Zügel gegangen ist, wodurch sich wiederum die falsche Halsmuskulatur entwicklt hat. D.h. unsere erste Aufgabe bestand darin, seine Kondition  aufzubauen und ihn beizubringen vorwärts-abwärts zu gehen, sich an den Zügel heranzudehnen. Das bedingte wiederum, dass Tina lernen musste, ihn los- und langzulassen. Wir haben viel körperbewußtes Training gemacht: Lenken über die Schenkel, Durchparieren über den Sitz, sodass mit der Zeit, der Zügel immer mehr in den Hintergrund getreten ist, Tina und  Flavio immer mehr über den Sitz miteinander kommuniziert haben. Dadurch bekam Tina stärkeres Vertrauen in ihre Schenkel- und Gewichtshilfen und konnte sich so vom Zügel lösen, was wiederum das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter enorm gesteigert hat. Eine große Hilfe in dieser Zeit war, dass Flavio, obwohl klassisch geritten, eine Zeit lang mit einem Westernsattel ausgestattet wurde. Der Vorteil war die gerade Auflagefläche des Sattels, keine Polster, die sich in seinen Rücken drücken konnten. Ich find es heute noch toll, dass Tina meinen Vorschlag angenommen hat und sich gegen alle Stimmen nicht hat beirren lassen und das gemacht hat. Denn es gab natürlich einige, die es mehr als unpassend fanden, dass ein klassisches Pferd mit Westernsattel geritten wird. Sah auch etwas komisch aus, Westernsattel und klassische Trense, aber für sein damaliges Krankheitsbild war das sicherlich eine der besten Entscheidungen und - der Erfolg blieb nicht aus. Tina hat der Westernsattel viel Halt gegeben, da sie durch ihn ins Sitzen gekommen ist. Heute trabt und galoppiert sie ihr Pferd mit klassischen Sattel ohne den geringsten Zügelkontakt, was für sie früher undenkbar war. Durch diese neue Losgelassenheit hat sich ihr Sitz deutlich verbessert. Schön ist, dass alle Reiter an einem Strang gezogen haben und sich auf diese für sie "neue" Art zu reiten, eingelassen haben. Unser Training wurde permanent von tierärztlichen Kontrollen begleitet und schon nach kurzer Zeit bekamen wir das ok mehr an der Hinterhand trainieren zu dürfen. Paralell dazu haben wir an seinem Ausreitproblem gearbeitet. Ich habe Martina auf einer Vielzahl von Ausritten mit meinem Pferd begleitet und konnte ihr so viele hilfreiche Tipps in schwierigen Situationen geben. Ein großer Vorteil ist, dass Flavio absolut kein ängstliches Pferd im Gelände ist. Schwierigste Situationen wie z.B. aufladende Müllwagen, ... meisterte er tadellos. Er hatte nur ein Problem mit dem Vornegehen und drehte, wenn ihm sein eigener Mut unheimlich wurde, um oder legte den Rückwärtsgang ein. Wir haben es so weit trainiert, dass Flavio heute mehrstündige Ausritte alleine geht. Zeigt er seine Unsicherheit wissen seine Reiter heute, wie sie reagieren müssen ohne Flavio durch Gerte oder Sporen noch mehr Streß zu machen. Heute zeigt sich Flavio super weich in der Hand. Er zeigt eine schöne Zügelanlehnung und geht aktiv vorwärts. Er hat eine enorme Schubkraft und wunderschönen Schwung entwickelt. Schleifspuren gibt es schon lange nicht mehr und Widersätzlichkeiten in irgendeiner Art und Weise kommen auch nicht mehr vor. Fliegende Galoppwechsel gehören zu seinem Trainingsprogramm genauso wie jede Art der Verschiebung, Seitengänge, ... in allen Gangarten. Er ist ein super, super liebes Pferd, welches sowohl durch sein Optik, als auch seinen Fleiß und seine Willigkeit bei der Arbeit besticht. Flavio ist extrem menschenbezogen und liebt es seine Streicheleinheiten zu bekommen. Er versucht es seinem Reiter immer recht zu machen. Natürlich müssen wir beim Training immer seine Krankheit im Hinterkopf behalten, aber selbst der Tierarzt sagte bei seinem letzten Besuch, dass er das Pferd nicht wiedererkennen würde. Ein schönes Lob für seine Reiter, die es so prima trainieren. Flavio ist ein tolles Pferd, welches auch ich immer wieder gerne reite.
 
 
 
Flower
 
Flower ist ein kleines Powerpaket. Sie hat wunderschöne Proportionen und großes Bewegungstalent. Sonja, die Besitzerin, hat sich die Connemara Stute vor gut einem Jahr (2008) gekauft. Flower fordert ihren Besitzer und Reiter schon recht gut. Je nachdem, wie sie drauf ist, kann sie im Umgang recht zickig sein. Aber Sonja läßt sich davon wenig beeindrucken. Als ich Sonja kennenlernte sagte sie mir direkt: "Im Schritt können wir nicht arbeiten, das kennt mein Pferd nicht". Und sie hatte mit dieser Aussage fast recht. Als ich mir die Beiden das erste mal betrachtet habe strahle Flower eigentlich nur Hektik und Stress aus. Schritt, kein Gedanke daran. Wir fingen also erst einmal mit Bodenarbeit an, d.h. führen ohne das Flower immer wieder an ihr vorbei lief. Rückwärts gehen, stehen bleiben, ... Sonja mußte mir erst einmal viel zu ihrem Pferd erzählen: wie sie sich beim Satteln benimmt, wie sie im Gelände ist, wo findet das Pferd mehr Ruhe, wo ist sie hektisch. Da sie ihr Pferd noch nicht so lange hatte konnte sie das alles noch gar nicht so genau sagen und mußte in der nächsten Zeit erst mal ihr Pferd genau beobachten. Da ich ja nur einmal die Woche (i.d.R.) das Pferd sehe muss ich mich da vollkommen auf die Beobachtungsgabe von Sonja verlassen. Schnell stellten wir fest, dass Flower den Reitplatz mit absolutem Streß verbindet.
Den zeigt sie, indem sie extrem mit ihren Lippen rumschlabbert, so gut wie keinen Schritt geht, total abgelenkt ist, sich wenig auf den Reiter einlassen möchte. Komischerweise ist sie im Gelände aber das genaue Gegenteil. Dort geht sie Schritt, galoppiert kontrolliert und Sonja fühlt sich dort sehr wohl mit ihr - im Gegensatz zum Reitplatz. Flower kann super froh sein, dass sie in Sonja eine ganz ruhige, ausgeglichene und wirklich sehr gute Reiterin hat. Sie wird nie nervös oder böse, auch wenn Flower noch so sehr "nervt". Im Gegenzug muss man sagen, dass Flower zwar powert, aber nie richtig unkontrolliert wird. Sie buckelt nicht, sie steigt nicht und geht auch nicht durch aber sie geht auch keinen Schritt. Zu allererst habe ich Sonja empfohlen ihren Sattel kontrollieren zu lassen und Flower gesundheitlich einmal durchchecken zu lassen, damit wir das alles mit gutem Gewissen aussschließen konnten. Dann haben wir versucht einen Ort zu finden, an dem Flower bereit war mit uns zu arbeiten. Den Reitplatz haben wir gegen einen kleinen Sandpaddock ersetzt, den man auf den Fotos sieht. Dort klappte es schon besser, aber da er nicht gerade ist, doch etwas ungünstig zum ständigen Reiten. Wir wechselten in die Reithalle, und dort ist es bis heute noch am besten. Hätte das auch nicht geklappt wäre ich mit Sonja und Flower ins Gelände gegangen und wir hätten dort mit der Arbeit angefangen. Um den Streß des Reitplatzes bei Flower abzubauen hatte Sonja die Aufgabe diesen ihrem Pferd im wahrsten Sinne etwas "schmackhafter" zu machen. Sie soll immer, wenn sie die Zeit hat, mit ein paar Möhren auf den Platz gehen, sie ihr dort füttern und wieder ruhig runter gehen. Diesen Sommer werden wir mit ein paar Runden über den Platz im Schritt anfangen, das Haupttraining aber sicherlich noch in der Halle abhalten müssen. Die Platzabneigung sitzt so tief, dass man das so schnell sicher nicht aus Flower rausbekommt - aber wir arbeiten daran. Nachdem wir also einen akzeptablen Ort gefunden hatten, habe wir recht schnell angefangen Flower im Schritt viel arbeiten zu lassen. Dadurch wurde sie perfekt abgelenkt. Schnell zeigte sich dabei, dass das Flowermäuschen ein richtiges Bewegungstalent ist. Es macht ihr gar kein Problem sich in alle Richtungen zu biegen und verschieben. Sonjas Unterrichtsgeduld wurde auf eine harte Probe gestellt, denn die ersten Stunden haben wir nur im und am Schritt gearbeitet. Aber sie hat in dieser Phase sehr viel gelernt zu Biegungen und Verschiebungen, zu Innenstellung und Aussenstellung, ... Sie ist früher nicht dazu gekommen solche Übungen zu reiten. In Flower hat sie da ein wirklich tolles Pferd, mit dem es Spaß macht daran zu arbeiten. Und auch Flower scheint gerne daran zu arbeiten. Je mehr sie versteht was Sonja von ihr möchte, um so besser läuft es. Den Trab vergisst sie phasenweise komplett - sehr zu unserer Freude! Heute reitet Sonja mit Flower die Schrittübungen alle ebenfalls im Trab und wir haben auch den Galopp schon dazu genommen. Natürlich hat Flower immer noch Tage an denen es eher weniger als mehr mit dem Schritt klappt, aber die positiven Tage, mit langen Schrittphasen, teilweise auch schon am nachgegebenen Zügel überwiegen immer mehr.
 
Das oben Geschriebene ist der Stand Mitte 2009 gewesen. Zu Flower möchte ich gerne, Stand Mitte 2010, noch einen Nachtrag schreiben. Die kleine Stute hat sich prächtig entwickelt. Sie hat zwar immer noch ihre etwas hektischeren Tage zwischendurch, aber sie arbeitet mitlerweile auch auf dem Platz fleißig mit ohne durchzudrehen. Die Erfolge sind enorm. Die lange Winterphase haben wir für viel Galopparbeit genutzt, sodass sie jetzt fliegende Galoppwechsel in beide Richtungen geht. Um diese jetzt noch kontrollierter zu gestalten haben wir in diesem Jahr die Seitengänge im Galopp dazugenommen. Sie ist weiterhin ein Spaßpferd, stellt aber hohe Ansprüche an ihre Reiter, was die Geduld und Konsequenz angeht.
  
 
GIZMO
 
Gizmo ist ein wunderschöner gescheckter Friese. Ein super lieber Kerl mit unheimlich viel Charme, über den er es auch immer wieder versteht seinen Reiter dazu zu bringen doch nicht sooo viel zu arbeiten. Gizmo ist ein völlig unproblematisches Pferd, was den Umgang
mit ihm angeht, er ist verschmust und endlos lieb, nur arbeiten mag er nicht so gerne. Als ich ihn kennenlernte war er zudem auch reichlich moppelig, was seinen Bewegungsdrang nicht gerade gefördert hat. Der Wunsch seiner Besitzerin war es, seinen Vorwärtsgang wieder etwas zu wecken und z.B. an gestellten Übergängen zu arbeiten. Galoppieren fand Gizmo auch nicht gerade toll, das war einfach alles zu anstrengend - schmusen war eben schöner. Was er auch heute noch zeigt, indem er während des Unterrichtes gerne bei mir stehen bleibt und sich seine Streicheleinheiten abholt. Darüber kann man ihm aber nicht böse sein, denn mittlerweile weiß er, dass er auch arbeiten muss. Er hat einige Kilos abgespeckt und ist ein richtig eleganter Kerl geworden. Er hat gelernt vorwärts abwärts zu gehen und hat dadurch viel an Lockerheit gewonnen, was sich ebenfalls sehr positiv auf seinen Vorwärtsgang ausgewirkt hat. Er wartet nicht mehr auf den ständig treibenden Schenkel sondern zeigt sich fleißig - auch im Galopp. Durch seinen neuerweckten Vorwärtsgang klappen die übergänge und auch Biegen und Seitengänge fangen langsam an ihm zu gefallen, da er durch viele abwechselungsreiche Übungen immer beweglicher wird. 
Ein liebenswerter Chameur auf vier Beinen!
 
 
Joe
 
Joe ist ein 8-jähriger Paint Wallach. Ein ganz hübscher und lieber Kerl. Die Besitzerin hat ihn sich als 3-jähriges Pferd gekauft, gerade angeritten. Sie hatte von einer Westerntrainerin am Nachbarstall gehört - mir - und kam auf mich zu, ob ich ihr bei der weiteren Ausbildung ihres Pferdes zur Seite stehen könne. Das habe ich gerne gemacht! Mit jungen Pferden zu arbeiten macht Spaß, da sie sehr offen sind. Sie sind, in der Regel, sehr leicht auf die Hilfen einzustellen da sie noch nichts anderes gelernt haben. Man muss also nicht
umtrainieren. Auch bei Joe war das so. Joe ist kein Selbstläufer, d.h. er lässt seine Reiter "verhungern", wenn sie nicht den "AN-Knopf" kennen, also die Hilfe, auf die er vorwärts geht. Wir haben ihn eine bestimmte Hilfe fürs Vorwärtsgehen beigebracht, die er durch konsequentes Training auch verstehen und akzeptieren gelernt hat. 
Gleichzeitig ist Joe ein 5 Sekunden Pferd: es gibt Pferde, die sind unheimlich reaktionsschnell. Joe brauchte immer, bei  neuen Lektionen, ein paar Sekunden länger um nachdenken zu können. Einmal begriffen führte er aber die einzelnen Lektionen perfekt durch. Er kann Kruppe herein, Schulter herein. Seitengänge sind nicht seine Lieblingsübung, aber er macht sie, im Galopp lieber als im Trab. Seine Übergänge sind fantastisch rund ohne den geringsten Zügelkontakt und er war immer weich am Schenkel. Galoppwechsel haben wir in der Regel im Gelände geübt, da an seinem Stall nur eine kleine Halle zur Verfügung stand. Dort konnte er mehr Raumgriff entwickeln und das Wechseln ist ihm dort leichter gefallen. Ihn beidhändig, einhändig oder ohne Kopfstück zu reiten war kein Problem. Ein tolles Pleasure, Horsemanship und Trailpferd.
Ich schreibe in der Vergangenheit, da die Besitzerin Joe im letzten Herbst (2007)leider aufgrund eigener gesundheitlicher Probleme verkaufen musste. 5 Jahre habe ich mit ihm gearbeitet und ihn in der letzten Zeit überwiegend selbst geritten. Der Abschied war auch für mich sehr traurig!
 
 
Joshi
 
Joshi ist ein Pinto Wallach. Einer unserer Seniorpferde. Eine kleine Wuchtbrumme, wie man sieht. Dem einen oder anderen kommt Joshi vielleicht bekannt vor, da er zu seiner aktiven Zeit ein sehr erfolgreiches Trail-Turnierpferd war. Als ich Joshi kennenlernte war seine aktive Zeit allerdings schon vorbei. Claudia, die Besitzerin, wechselte an unseren Stall. Ihre damalige Reitbeteiligung wollte gerne Unterricht haben. Neben dem Unterricht habe ich ihn dann einmal die Woche auf Claudias Wunsch beritten, da ihr beruflich die Zeit fehlte und damit ihr "Senior" gut gymnastiziert bleibt. Das habe ich dann
gerne gemacht. Auch mal schön, eine Pferd zu bekommen, dass keinerlei Ecken und Kanten hat. Joshi ist ein tolles Lehrpferd. Trotz seiner Masse ist er super fleißig. Claudia hat ihn perfekt ausgebildet! Bis auf Galoppwechsel kann er alles, was seinen Schülern sehr zugute gekommen ist. Hier ist das Pferd der Lehrmeister. Leider hatte Joshi am Ende der Weidesaison des Jahres 2007 einen Abriß der Spannsehne im linken Hinterbein. Diese Verletzung kann man, laut Tierarzt, nicht operieren. Im Laufe der Zeit muss die Muskulatur die Funktion der Sehne übernehmen. Eine langwierige Genesungszeit stand bevor. In dieser Zeit wechselten auch die Reitbeteiligungen für Joshi. Annelie, die wir hier auf den Fotos sehen, kümmerte und kümmert sich ganz liebevoll um den kranken Joshi, der anfangs nur auf 3 Beinen laufen konnte. Nach und nach konnte er auch das vierte Bein wieder belasten. Ganz langsam wurde er mit einzelnen Schrittrunden wieder aufgebaut. Im darauffolgenden Sommer fing ich dann an ihn mit Annelie muskulär wieder aufzubauen. Auch heute zeigt er, vor allem im Trab noch eine Lahmheit, die aber, wenn man gesehen hat, wie das Pferd vor über einem Jahr da gestanden hat, verschwindend gering ist. Er konnte sogar 2008 schon wieder an der Weihnachtsquadrille teilnehmen, wie man auf der T´lay-Seite sehen kann. In permanenter Absprache mit dem Tierarzt wird Joshi weiter aufgebaut. Trotz seiner enormen Verletzung hat er sein Können natürlich nicht verlernt und bringt Annelie, dem Verlauf seiner Genesung angepaßt, viele Sachen bei. Zwei, die noch viel von- und miteinander lernen können!
 
 
Liberty
 
Seit Anfang 2008 ist Julia mit ihrer Liberty bei mir im Training. Julia ist 9 Jahre und Liberty ist 3. Eine ganz liebes Dressurpony. Liberty stand vorher eine Zeit lang an einem anderen Stall, an dem sie überwiegend ausgebunden laufen musste. Da ihr das nicht gefiel und sie damit überfordert war, fing sie mit kleinen Unarten an. Sie versuchte z.B. mit Buckeln aus der Enge rauszukommen. Zum
Glück hat sich Julias Mutter auf ihr Bauchgefühl verlassen und nach einem anderen Trainingsweg gesucht. Eine meiner Schülerinnen erzählte ihr von mir. Anfangs war die Skepsis sehr groß, da ich ja als Westerntrainerin bekannt bin, aber nachdem sie sich den Unterricht angeguckt hatten haben sie nicht lange gezweifelt und sich sofort um eine Box an unserem Stall bemüht.
Wie man auf dem Foto sieht ist ein Ausbinden bei Libi überhaupt nicht erforderlich. Sie ist super weich in der Hand und läßt sich gerne vom Reiter führen. Julia schafft es sowohl im Trab, als auch im Galopp sie weich an der Hand zu halten. Libi wird paralell von meiner Tochter Alessa beritten, in Abstimmung mit dem Unterricht von Julia. Zuerst einmal haben wir den Vorwärtsgang bei Libi wieder geweckt, der durchs Ausbinden fast komplett verloren gegangen war. Sie geht ganz locker in den Trab und Galopp, sie verschiebt ihre Hinterhand, zeigt schon sehr schöne Seitengänge  und bietet sogar den Galoppwechsel an. Sie bekommt natürlich noch viel Freiraum und muss nur kurze Phasen in Anlehnung gehen. Sie ist mit Freude dabei und es macht Spaß zu sehen mit welcher Freude Julia mit ihrer Liberty unterwegs ist.
 
Heute, Mitte 2010, sind die Zwei ein richtiges Team geworden, was man auf den Fotos unschwer erkennen kann. Vor ein paar Tagen hat Julia mit Libi ihre erste Platzierung in der E-Dressur erritten. Liberty hat sich enorm weiterentwickelt. Ihre Widersätzlichkeiten und Rüpelphasen hat sie überwiegend abgelegt und arbeitet sehr schön mit. Sie geht jetzt die Seitengänge in Trab und Galopp. Sie hat eine schöne Aufrichtung bekommen und wird immer mehr das Dressurpony, das Julia sich gewünscht hat. Seit einiger Zeit haben wir den Mitteltrab mit ins Training genommen und hier kann Libi richtig zeigen wie schön sie die Beine strecken kann ;-) . Im Gelände ist sie das totale Verlasspferd, das seine Reiter sicher wieder nach Hause bringt. Bodenarbeit, Longenarbeit, nicht leht sie ab. Das Kompliment hat Julia fleißig geübt, sodass Libi auch diese Verbeugung schon kann. Am Spanischen Schritt muss noch geübt werden - aber die Zwei haben ja noch lange Zeit !!!
 
 
 
Nikita
 
Niki ist unser Barbiepferd! Eine wirklich gelungene Mischung zwischen Tinker und Andalusier. Sie kam vor gut drei Jahren (2005) zu mir ins Training. Ich lasse mir die Pferde, die ins Training kommen immer gerne erst einmal vorreiten.
Als ich die Besitzerin bat anzugaloppieren parierte sie durch und schnallte die Sporen ab. Auf meine Rückfrage dazu sagte sie mir dann, dass Niki immer buckeln würde beim Angaloppieren. Sie buckelte nicht nur sondern ging auch nur durch einen Renntrab in einen Renngalopp. Es fehlte dem Pferd einfach an Balance unter dem Reiter. Und die Reiterin war mit ihrem damaligen Ausbildungsstand nicht fähig ihrem Pferd diesbezüglich die richtige Unterstützung zu geben. Es stimmte so einiges nicht, denn Niki wollte schon gar keinen Reiter aufsteigen lassen.
Mit Ruhe, Geduld und klar strukturiertem Training
haben wir ihr gezeigt, wie sie auch mit einem Reiter auf dem Rücken ruhig und ausbalanciert laufen kann. Da die Besitzerin schwanger war habe ich Niki anfangs ein gutes Jahr beritten. Nach ihrer Schwangerschaft ist die Besitzerin wieder mit Unterricht eingestiegen und wie es heute aussieht zeigen die Fotos.
Niki ist vom Reitstil her die perfekte Mischung zwischen Western und Klassik. Sie ist ein Pferd, das gerne mit einer leichten Anlehnung geritten wird. Sie zeigt wunderschöne Übergänge, alle Seitengänge in allen drei Gangarten, Innen- Aussengalopp, fliegende Galoppwechsel (zu Zeit sind wir bei 9er Wechseln), ... Sie stoppt sehr schön und ist einhändig genauso leicht zu reiten wie beidhändig oder auch ohne Kopfstück. Sie ist kein Reiningpferd aber perfekt in Pleasure, Horsemanship und Trail. Im Gelände ist sie cool und genießt Ausritte mit ihren zwei Reitbeteiligungsmädchen genauso wie mit ihrer Besitzerin. Mitlerweile ruht sie in sich. Ein nicht mehr aufsteigen lassen o.ä. gibt es schon lange nicht mehr! 
 
Noah
 
Noah ist ein heute (2009) 12 Jahre alter deutscher Reitponywallach. Vor einem Jahr kam Noah mit seinen Besitzerinnen an unseren Stall und Sarah und Sonja hatten auch direkt Lust auf meinen Unterricht. Pferd und Mädchen, nein, die ganze Familie, die zu Noah gehört, sind super, super nett. Noah ist ein total umkompliziertes Pony, welches vom vorherigen Besitzer her schon eine gute Grundausbildung genossen hat. Ein bisschen schreckhaft, aber das hat sich mitlerweile schon fast gelegt. Die zu der damaligen Zeit 10-jährige Sonja und die 14-jährige Sarah sind schon sehr gut, mit ihrem Noah aber überwiegend ausgebunden geritten, da er sich gerne ein wenig auf die Hand gelegt hat. Da das nicht die Hand
des Reiters schult, und Noah dadurch nicht lernt sich NICHT auf den Zügel zu legen, war unsere erste Veränderung die Ausbinder ganz hinten in den Spind zu legen. Die Mädels und Noah mußten also jetzt erstmal lernen was es heißt mit dem Zügel umzugehen. Zudem bemängelten sie, dass Noah so faul sei. Also zweite Aufgabe, die Sensibilität der Reiter beim Reiten wecken und die Akzeptanz der vorwärtstreibenden Hilfen bei Noah herausarbeiten. Toll war, sie hatten beide ein ganz klares Ziel mit ihrem Noah - sie wollten eine E-Dressur reiten!!! Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen sie mal ganz nett zu fragen was sie denn dann reiten müßten. Ich mußte schmunzeln - das wußten sie gar nicht so richtig. Also habe ich Sarah, die Ältere, eine E-Dressur durchreiten lassen, damit sie eine Vorstellung dazu bekommt. Und sie hat das richtig gut gemacht! Nach dem Ritt forderte ich sie auf mal selbst zu überlegen, was ihr daran gefallen hat und was nicht und an der Verbesserung wollten wir dann in Zukunft arbeiten. Auch Sonja ist die E-Dressur geritten, bei ihr haben wir aber den Schwerpunkt darauf gelegt erst mal etwas lockerer zu sitzen und sich mit feinen Hilfen bei Noah Respekt zu verschaffen. Guckt man sich die Fotos an, die ca. ein halbes Jahr nach Trainingsbeginn entstanden sind, dann sieht man, dass sie das richtig gut hinbekommen hat. Man sieht auf den Bildern auch, dass Sonja ihren Noah nur mit Gerte reitet. Sarah ist, alterbedingt, deutlich fleißiger und ehrgeiziger. Sie musste sogar immer mal wieder gebremst werden. Ihr hat es so viel Spaß gemacht immer mehr zu lernen, dass sie das am besten jeden Tag und immer wieder reiten wollte. Mittlerweile weiß sie, dass genauso wichtig wie gutes Training, ein Ausgleich für Noah ist. Ausgleich in Form eines Ausrittes, Longieren, Bodenarbeit, oder auch einfach mal ein freier Tag. Sie ist deutlich experimentierfreudiger mit ihrem Pferd geworden, reitet ihn auch mal ohne Sattel und läßt sich nicht mehr beeindrucken, wenn Noah meint sich vor etwas erschrecken zu müssen. Letztes Jahr ist sie dann auch noch auf ihrer erste E-Dressur mit Noah gestartet und hat von 37 Startern den 8.Platz belegt. Darauf kann sie mit Recht stolz sein! Sonja ist auf dem gleichen Turnier in der Reiterprüfung platziert worden. Heute zeigt Noah seinen Reiterinnen, was er alles kann, da sie es auch verstehen bei ihm abzufragen. Travers, Renvers, Seitengänge in allen Gangarten. Er geht schöne Übergänge und zeigt auch schon einige Galoppwechsel, die Sarah ihm beigebracht hat. Vor einiger Zeit waren seine Vorbesitzer zu Besuch und Sarah und Sonja waren stolz, dass sie das gute Aussehen und die Bewegungen ihres Noah gelobt haben. Sie haben seinen Muskelaufbau bewundernd festgestellt und sind mit einem guten Gefühl wieder nach Hause gefahren, dass es ihrem ehemaligen Pony sehr gut geht. Ich denke, das gute Gefühl beruht auf Gegenseitigkeit. Noah ist ein toller Ponywallach, mit dem die Mädchen noch sehr viel lernen können und sicherlich noch einige Erfolge einreiten. Ich hoffe ich werde sie noch eine ganze Weile dabei begleiten dürfen :-) !!!
 
 
 
Oleando
 
Oli ist mein persönliches Schmusepferd. Sabine, der Besitzerin, habe ich vor nunmehr 9 Jahren, im Milleniumjahr, geholfen
ihn auszusuchen. Was sage ich ihr immer: "Oli nehme ich zum kuscheln mit nach Hause!" :-))))
Er ist einfach super nett. Ein ganz toller Andalusier, der einen nur anzugucken braucht und man zerfließt. Oli ist 14 Jahre alt und somit in der Blüte seiner Jahre. Er beherrscht mitlerweile eine absolute Vielzahl von Lektionen. Seine Übergänge sind fließend, er beherrscht die Seitengänge in allen drei Gangarten. Fliegende Galoppwechsel sind ebensowenig ein Problem für ihn wie diverse Zirkuslektionen. Spanischen Schritt zeigt er sehr anmutig. Er beherrscht das Kompliment und das Knien. Er ist problemlos auch ohne Kopfstück zu reiten. Ein sicherer Geländepartner und ein super lieber Kumpel. Leider hat er Arthrose, sodass sein Training immer wieder unterbrochen wird, bzw. darauf abgestimmt werden muss. Trotz allem gehen wir so langsam an das Piaffentraining heran. Er zeigt richtig gute Ansätze dazu. Besonders positiv empfinde ich, dass er bei allem, was man von ihm fordert, einen absolut klaren Kopf behält. Er ist ein sehr leistungsbereites Pferd. Sabine hat mit ihm Reiten gelernt. Gut, sie hat vorher ein wenig auf dem einen oder anderen Pferd Erfahrungen gesammelt, ist mit über 30 erst spät ans Reiten gekommen und hat mit Oli einen absoluten Glücksgriff getan.
Er hat ihr die Möglichkeit gegeben, sich mit ihm zu entwickeln. Leider habe ich keine ganz aktuellen Fotos, aber ich mache welche im Frühjahr - versprochen - und die stelle ich dann ein!
 
 
Pamina
 
Pamina ist eine heute (2009) 17 Jahre alte Springstute. Tina, ihre Besitzerin hat sie sich vor mehreren Jahren gekauft und sie aktiv auf Turnieren vorgestellt. Ausgebildet ist sie bis zum S-Springen. Klassisch hat sie eine gute Grundausbildung genossen. Der Kaufgrund war, dass Pamina kein so einfaches Pferd ist. Mega super lieb, aber genauso sensibel. Wenn man beim Training nicht den Punkt erkannt hat, an dem man zurückfahren musste, dann hat sie auch gerne mal den Ausweg bis hin zum Steigen gesucht. Tina hatte von Anfang an das richtige Händchen für sie, was sie für den Kauf bestärkt hat. Ich habe die Beiden erst nach ihrer aktiven Phase kennengelernt und ich muss sagen, man sieht auf den ersten Blick, dass die beiden zusammen gehören. Pamina kannte ich sogar schon, bevor ich Tina
kennengelernt habe. Pamina wurde an unseren Stall gestellt und, da Tina zu dieser Zeit schwanger war, kümmerte sich eine Reitbeteiligung um Pamina. Die beiden haben leider nicht zusammengepaßt. Und man muß wirklich sagen - leider - , denn Pamina ist ein Pferd, die es einem, wenn man ihr ein bisschen zuhört, wirklich nicht schwer macht. Man darf sich von ihrem Stockmaß von gut 178 cm nicht beeindrucken lassen. Aber mit weniger wäre sie ja schließlich auch keine so gute Springstute geworden. Trotz ihrer Größe ist sie eine ganz Ruhige und Liebe. Sie liebt es, wenn man langsam und ruhig mit ihr umgeht. Auf Hektik steht sie nicht so. Sie möchte gerne, auch beim Reiten, ein wenig überlegen dürfen was man von ihr möchte. Hat sie erkannt was sie machen soll, ist sie super willig und fleißig. Nochmal zu dem Zeitpunkt zurück, als ich sie ins Training bekommen habe: die Reitbeteiligung kam hilfesuchend auf mich zu mit dem Wunsch Unterricht zu bekommen, da Pamina bei ihr genau die Unarten zeigte, die natürlich sehr unangenehm sind. Zügel aus der Hand ziehen, mit hohem Kopf mehr oder weniger unkontrolliert durch die Gegend laufen, sich erschrecken und zur Seite springen wo es keinen Grund gibt, bis hin zum Steigen, wenn die Einwirkung der Reiterin zu heftig wurde. Bei der Reitbeteiligung entwickelte sich dadurch natürlich immer mehr Angst dem Pferd gegenüber. Leider hat sie den Fehler nicht so sehr bei sich, sondern mehr beim Pferd gesucht. Sie fing an mit Ausbindern zu arbeiten, wodurch Pamina immer mehr gelernt hat sich auf den Zügel zu legen, ... Es ging gar nicht. So fingen wir ganz von vorne an, der Reiterin klar zu machen wie Kommunikation mit dem Pferd generell erfolgt. Was der Zügel und die Schenkel bedeuten. Sie musste eine ganz andere Einstellung zum Pferd bekommen, es als Lebewesen sehen lernen, dem man durchaus viel mit Ruhe und Geduld beibringen kann. Das Pferd immer mehr einzuschnallen ist da sicher nicht die Lösung. Diesen Weg zu gehen, war ihr aber zu lang. Sie wollte reiten und nicht erstmal reiten verstehen lernen. Somit hat sie sich recht schnell entschlossen die Reitbeteiligung zu Pamina aufzugeben. In Absprache mit Tina haben wir eine neue Reitbeteiligung gesucht, die schon ein wenig Erfahrung hinsichtlich meines Unterrichtes und meiner Philosophie beim Reiten hatte und sich gerne mit dem Pferd und mir zusammen auf den Weg machen wollte. Daneben bat Tina mich Pamina ab und zu mitzureiten. Und hier sei ganz deutlich gesagt, dass ich eigentlich den klassischen Reitpferden abgeschworen hatte, da ich ein Rückenproblem habe, welches es mir nicht mehr ermöglicht dauerhaft Pferde mit solch einem enormen Schwung (und den hat Pamina, setzt euch mal drauf ;-) )  zu reiten. Aber auf Pamina habe ich mich ohne zu zögern eingelassen. Mit super guten Erfolg. Pamina steht absolut auf meine Art des Trainings. Wir haben ihr also erstmal beigebracht nicht mehr gegen den Zügel anzugehen. Durch die selbstbewußteren Reiter fühlte sie sich sichtlich wohler. Ich muss sagen, bei mir, und auch den nachfolgenden Reitern ist sie nicht mehr gestiegen. Pamina muss man zuhören lernen. Sie zeigt ganz deutlich wann ihre nervliche Belastungsgrenze erreicht ist. Gibt man ihr dann etwas Ruhe kann man kurz darauf wieder weiter arbeiten. Anfangs war die Grenze natürlich schneller erreicht. Aber mit der Zeit hat sie gemerkt, dass sie immer wieder, für eine gute Leistung, vom Reiter durch Loslassen belohnt wurde und wir konnten dadurch die Arbeitsphasen immer mehr verlängern. Tina stieg dann auch recht schnell wieder mit ins Training ein. Springen wollte sie defintiv nicht mehr mit Pamina, auch wegen der Arthrose ihres Pferdes. Da sie aus ihrem Schwangerschaftsurlaub kam und unter leichten Konditionsmängeln litt, war es gar nicht so schlimm, dass das Training mit viel Ruhe aufgebaut werden musste. Im Laufe der Zeit merkte Tina immer mehr, wieviel Spaß ihr Pferd daran hatte, sie immer mehr zu verstehen, wodurch sich natürlich auch bei ihr immer mehr Spaß entwickelte. Im Verlauf des Trainings haben wir, nachdem Pamina verstanden hat sich grundsätzlich nicht mehr auf den Zügel zu legen, sie auf ein Pelham umgestellt und angefangen sie damit vierzügelig zu reiten. Damit konnten wir das Ziel, das wir erreichen wollten noch etwas genauer bestimmen, denn in einigen Situationen kam man gegen Paminas Halsmuskeln mit dem einfachen Wassergebiss nicht mehr an. Der Vorteil des vierzügeligen Reitens ist, dass man nicht dauerhaft mit einem vermehrten Druck arbeitet, sondern nur dann das zweite Zügelpaar dazunehmen kann, wenn man es benötigt. Ich arbeite in bestimmten Fällen lieber mit einem stärkeren Gebiss, als das Pferd auszubinden, da ich ihm so trotzdem jederzeit die Möglichkeit geben kann, sich abzustrecken. Was ein Ausbindezügel verhindert. Alles mit dem Ziel, dass die erarbeiteten Übungen langfristig auch am Wassergebiss funktionieren, was heute in fast allen Übungen auch so ist. Pamina hat, wie schon oben erwähnt, eine gute klassische Grundausbildung genossen. Heute geht sie alle klassischen Lektionen. Travers, Renvers, Seitengänge in allen Gangarten, eben alles, bis hin zum Galoppwechsel. Sie trägt sich wunderbar auf der Hinterhand, was man diesem großen Pferd gar nicht so zutraut. Mein Reiten haben wir nach absehbarer Zeit durch eine andere Schülerin von mir, ersetzt. Sie ist eine sehr starke Reiterin, kennt meine Arbeit und reitet Pamina alternativ einmal die Woche bei mir im Untericht. Diese Kombination hat sich als optimal herausgestellt. Pamina wechselt von einer Galoppvolte in die andere, springt mitlerweile 4er Galoppwechsel und wir arbeiten an der Galopppirouette. Tina hätte niemals erwartet, dass aus ihrem Springpferd ein so talentiertes Dressurpferd wird.
 
 
Q
  
Den jetzt (2008) 9-jährigen Q habe ich vor gut 2 Jahren kennengelernt. Sein Besitzer kam u.a. wegen des Unterrichtes an unseren Stall. Eigentlich sollte es mit Unterricht beginnen, aber da er sich das Bein gebrochen hatte fing unsere Zeit mit 3 Monaten Intensivberitt an. Q hat eine sehr gute Grundausbildung gehabt, die ich in der Berittzeit wieder wachrufen konnte. Er fand das zwar nicht immer toll, jetzt auf einmal arbeiten zu müssen, was er durch leichte Widersätzlichkeiten zeigte, wie z.B. Kopf hoch schlagen, leichtes Steigen, aus der
Vorwärtsbewegung einfach stehen bleiben, aber nach viel Biegeübungen und Gymnastizierung wurde er immer lockerer und ich konnte wunderbar darauf aufbauen. Schnell zeigte sich: Q ist ein toller Quarterhorsewallach mit viel Reiningtalent. Am Spin mussten wir vermehrt trainieren, da er immer nach hinten gekreuzt hat anstatt nach vorne. Nachdem er den richtigen Weg gelernt hatte wurde er richtig schnell. Wir konnten die Berittzeit damit abschließen, dass meine Tochter Alessa ihn auf einem Warm-up Turnier in der Reining vorgestellt hat und die Beiden den ersten Platz gemacht haben :-) .Danach konnte sich der Besitzer noch einige Zeit an seinem Pferd erfreuen.
Mitte 2007 bekam Q eine neue Besitzerin. Da Q eine Lebensversicherung im Gelände ist und ein Pferd, das ganz leicht an den Hilfen steht konnte er an unserem Stall bleiben und ist in den Besitz der 13-jährigen Alex übergegangen. Damit hat Q eine super nette neue Besitzerin bekommen, die ihn wahnsinnig lieb hat. Alex gibt sich unheimlich viel Mühe Q weiterhin positiv auf den Umgang mit den Menschen einzustellen und hat schon enorme Fortschritte gemacht. Sie trainiert ihn fleißig weiter, d.h. alle Verschiebungen, Seitengänge, Übergänge. Auch Q kann beidhändig, einhändig oder ohne Kopfstück geritten werden. Üben müssen wir mit ihm noch an den Galoppwechseln, die sind noch nicht locker und gleichmäßig genug. Er zeigt sich aber auch prima in der Pleasure, Horsemanship und im Trail. Kurz, er ist ein toller Allrounder!
 
 
 
Sam
 
Sam ist ein waschechter Ossi, wie seine Besitzer immer wieder betonen. Man weiß nicht so genau was drin ist und auch sein Alter kann nur mit 20 Jahren geschätzt werden. Sam ist eine MACHT. Steht man neben diesem Pferd kommt man sich nur noch klein vor. Genauso groß wie dieses Pferd ist, genauso groß ist auch sein Herz. Er hat es absolut am richtigen Fleck sitzen und tut eigentlich alles, damit man keine Angst vor ihm haben muss. Er ist ein zuverlässiger Kumpel im Training und ein ebenso gutes Verlaßpferd im Gelände. Er trägt seine kleinen, unerfahrenen Reiterinnen mit der gleichen Zuverlässigkeit wie seine großen erfahrenen. Bei den Großen, da fragt er allerdings ab und an mal nach, ob er wirklich arbeiten muss. Stellung, Vorwärtsgang, ..., was er bei den Kleinen ohne zu Fragen abspult, dass muss sich Mira, eine seiner Besitzerinnen, die mit mir trainiert, an manchen Tagen wirklich erarbeiten, denn so groß wie sein Kopf ist, so groß ist manchmal auch sein liebenswerter Dickkopf. Es gibt Tage, an denen flutscht es einfach, es gibt Tage, da sprüht er vor Übermut und es gibt Tage, da geht einfach ´fast´gar nichts. D.h. für
Mira, die wir hier auf den Fotos sehen, ist es jeden Tag aufs neue spannend, welches Stimmungsbarometer bei ihrem Pferd vorherrscht. Nichts desto trotz passen die beiden einfach super zueinander. Sie sind überhaupt kein Problemteam. Aber es sollte eben alles etwas lockerer werden, das war Miras Wunsch, als wir anfingen Anfang 2008 miteinander zu arbeiten. Bei den Beiden muss man sich erst einmal die körperlichen Voraussetzungen angucken. Sam, der sanfte Riese und Mira die ´Kleine`. Wie alle Reiter will Mira ihrem Sam natürlich nicht weh tun, sodass sie dadurch aber mit falschen Gedanken an das Thema Hilfsmittel rangegangen ist. Sie ist z.B. mit so kurzen Sporen geritten, dass sie, aufgrund ihrer kurzen Beine, nicht an das große Pferd gekommen ist, um ihn doch das eine oder andere mal etwas energischer zur Mitarbeit auffordern zu können. Zudem wurde und wird Sam mit einem Wassergebiss geritten oder mit einer Springkandarre. Mit der Kandarre hatten die Reiter dann wenigstens etwas Einwirkung, mit dem Wassergebiss nicht wirklich, wenn Sam es nicht wollte. Da Mira eine schöne ruhige Hand hat, aber nicht so viel Kraft in den Armen um es mit Sams mächtigen Halsmuskeln aufnehmen zu können, haben wir ein Palham ausprobiert mit 4-zügeliger Einwirkungsmöglichkeit. Mira musste ein wenig üben mit den Zügeln klar zu kommen, aber dann hat es prima geklappt. Schon beim ersten Einsatz des Gebisses hat sie gemerkt, dass Sam ihr endlich zuhörte. Man muss wissen, dass Sam von seiner zweiten Besitzerin schon im Vorfeld sehr gut ausgebildet worden ist, ob Verschiebungen, Seitengänge, Galoppwechsel, er kann das alles. Ivonne ist aber um einiges kräftiger als Mira. D.h. wenn Mira z.B. einen Galoppwechsel reiten wollte katapultierte er ihr im wahrsten Sinne des Wortes durch die Halle, wechselte, dann, wenn sie Glück hatte, war aber für Mira danach kaum noch zu zügeln, da er sich aufpowerte. Seitengänge in den höheren Gangarten waren mehr vorwärts als seitwärts, da Mira keinerlei Möglichkeit hatte ihm konsequent Halt und Führung durch ihre Zügel- oder Schenkelhilfe zu geben, da diese bei solchen Übungen kaum von Sam wahrgenommen und akzeptiert wurden. Das hatte zur Folge, dass Mira solche Übungen in der Regel nicht geritten ist. Viel zu schade, wie man sieht, wenn man die Beiden heute beim Training beobachtet. Gleichzeitig musste sich Mira mit dem Thema "aussitzen" beschäftigen. Aufgrund des enormen Schwungs von Sam ist sie fast nur leichtgetrabt, wodurch ein optimales Begleiten des Pferdes seitens des Reiters nicht möglich ist. Mit viel Ruhe und Übung sitzt sie Sam heute auch in einem etwas schnellerem Trab aus. Im Leichttraben schickt sie ihn auch mal bewußt deutlich vorwärts, was der Schubkraft des Pferdes sehr zugute kommt. Sie wechselt Sam mitlerweile nicht nur in der Halle, sondern auch im Gelände locker. Wir haben viel daran gearbeitet, dass sie sitzen bleibt und sich dadurch ihr ganzer Sitz lockert und sie ins Pferd rein kommt und nicht nur oben drauf sitzt. Sie arbeitet fleißig an den Lockerungs- und Biegeübungen fürs Pferd, was sich wiederum auf die Leichtigkeit aller anderer Lektionen positiv auswirkt. Die zwei waren und sind ein tolles, eingespieltes Team, dem ich auf ihrem gemeinsamen Weg ein paar Tipps geben konnte und hoffentlich noch eine ganze Zeit geben darf :-) .
 
 
Sandy
 
Sandy ist eine heute (2009) 9-jährige Quarter-Horse Stute. Sandy ist ein Pferd, das mir mitlerweile sehr ans Herz gewachsen ist. Wir haben eine sehr schwierige Zeit hinter uns, bzw. Bettina, die Besitzerin, und ihre Tochter Alina, die ihr auf den Fotos seht. Vor knapp 3 Jahren wurde ich über Dritte angesprochen, die mir von einer ganz netten und lieben Bekannten erzählt haben, die totale Schwierigkeiten mit ihrem Pferd hat und nicht mehr ein und aus wußte - Bettina. Terminlich war ich eigentlich so voll, dass ich sie nicht annehmen wollte. Aber wie das so ist, ich hab mich dann doch breitschlagen lassen. Mein erster Eindruck von den beiden: eine total überforderte Pferdebesitzerin mit einem Pferd, dass ständig an der Grenze zum ausflippen entlang ging. Auf meine Nachfrage erzählte mir Bettina, dass sie nicht mehr ein noch aus wüßte. Sie hatte Sandy als 4-jährige Stute gekauft, da sie so lieb war. Sie hat sie dann eine ganze Zeit geritten ohne weitere Auffälligkeiten. Dann meinte sie, sich und dem Pferd was Gutes tun zu müssen und hat sie zu einem 3-monatigen Beritt abgegeben. Das stellte sich als fataler Fehler heraus. Sandy kam aus den Beritt zurück und war für Bettina nicht mehr reitbar. Das Pferd ist anscheinend über die Grenze ihrer nervlichen Belastung hinaus trainiert worden, was sie dann
einfach nicht mehr verpackt hat. Das äußerte sich in der Form, dass Sandy, sobald ein Reiter auf ihrem Rücken saß, nicht mehr ruhig stehen geblieben ist. Antraben und angaloppieren war immer von ziemlich starken Buckeln begleitet. Äußerst unangenehm für die Reiter. Wenn der Druck zu stark wurde blieb Sandy stehen und wollte steigen. Sie hat nach anderen Pferden getreten, sobald diese zu nah an sie ran kamen. Alles Anzeichen für eine absolute mentale Überforderung! Bettina wollte natürlich gerne, dass ich ihr Pferd bereite und wieder "gerade" mache. Das habe ich bewußt abgelehnt, denn, hätte ich Sandy geritten und korrigiert hätte Bettina ihre Angst noch Lange nicht in den Griff bekommen. Also mußte sie aktiv, mit meiner Begleitung, selbst an der Korrektur ihres Pferdes arbeiten. Was sie anfangs nicht verstanden hat dankt sie mir heute um so mehr! Die erste Stunde verbrachten wir damit, dass Sandy mit einem Reiter auf dem Rücken einfach nur stehen bleibt. D.h.ich habe Sandy am Strick festgehalten, Bettina saß drauf, ohne, dass sie in irgendeiner Form auf Sandy eingewirkt hat. Und es hat tatsächlich fast eine Stunde gedauert, bis Sandy gemerkt hat, dass ihr der Reiter nichts tut und sie ruhig stehen bleiben kann. Man kann sich vielleicht vorstellen, in wie langsamen Schritten Pferd und Reiter das Vertrauen zueinander wieder aufgebaut haben. Aber es wuchs und wächst stetig. In dieser Zeit konnte Alina, die Tochter von Bettina Sandy nicht reiten, da sie reiterlich einfach noch nicht so weit war, dass sie dem Pferd Vertrauen geben konnte. Wie die Bilder zeigen, ist diese Zeit überstanden. Da auch Bettina noch einiges reiterlich zu lernen hatte, haben wir Alessa mit auf Sandy gesetzt. Sie hat parallell zu meiner Arbeit mit Bettina, Sandy beritten, immer in Absprache mit und unterstützend zu den Trainingsfortschritten, die Bettina gemacht hat. Dank der großen Geduld der Besitzerin und des großen Herzens von Sandy haben alle wieder zueinander gefunden. Sandy ist wieder richtig zutraulich und lieb geworden. Sie tritt nicht mehr nach anderen Pferden und vertraut ihren Reitern im Training. Bettina hat den Beritt durch Alessa bis heute beibehalten, wovon Sandy und sie sehr profitieren. Sieht man heute Bettina und Alina mit Sandy arbeiten, dann glaubt niemand mehr, durch welche Zeit die Drei gegangen sind. Ich denke manch einer hätte dieses wirklich wundervolle, liebe und talentierte Pferd abgegeben. Wer weiß, wo Sandy, wohl als unreitbar, dann gelandet wäre - ! Sandy zeigt Bettina heute ihre Dankbarkeit dafür auf ihre Art. Letztes Jahr sind beide super erfolgreich auf ihrem ersten Turnier gestartet (siehe Erfolge meiner Schüler). Sie geht alle Gangarten sicher und ausbalanciert, einhändig oder beidhändig, sie verschiebt sich locker und zeigt die Seitengänge in allen Gangarten. Aussen- und Innengalopp sind genausowenig ein Problem wie die fliegenden Wechsel. Und Bettina kann Sandy sogar schon mit als Therapiepferd einsetzen. Ich bin enorm stolz, dass dieses Team so gut zueinander gefunden hat und heute wieder mit Spaß bei der Sache ist!
 
Sprat
 
Hier stelle ich euch Sprat vor, einen 6-jährigen Quarterhorse-Wallach (2008). Super lieb, super cool und ein echter eyecatcher bei der Arbeit. Leider sind die Hallenfotos etwas unscharf.
Zu mir ins Training gekommen ist Sprat als 4-jähriger, dem eine klare Linie in der Ausbildung fehlte. Er ist überwiegend
mit hoch erhobenem Kopf gelaufen und hat sich so den Hilfen seiner Reiter entzogen. Ab und an hat er auch versucht durch leichtes Steigen aus der Arbeit zu kommen.
Heute ist Sprat ein absolutes Spaß- und Verlaßpferd, ein fleißiger Trainingspartner ohne irgendwelche Allüren. Wie er läuft zeigen die Bilder :-) .
Er ist ein muskelbepacktes Kraftpaket. Seine Besitzerin macht sich daher viel Mühe ihn ordentlich zu gymnastizieren, wovon beide im Training profitieren.
Ob beidhändig oder einhändig, er läuft in allen Gangarten schön locker. Er beherrscht die klassischen Lektionen wie Schulter herein, Kruppe herein, Schenkelweichen ebenso wie Traversalen in allen drei Gangarten.
Er ist aber ein Reiningpferd. Die Technik fürs Stoppen, Spinnen, den Roll-Back hat er in Ruhe lernen dürfen, jetzt kommt langsam das Tempo dazu. Galoppwechsel beherrscht er ebenso wie Innen- und Aussengalopp. Er springt sauber aus dem Stand in den Galopp, ...
Er ist ein ganz fleißiges Pferd mit einem riesigen Spaßfaktor beim Reiten.
Und auch im Gelände ist er ein zuverlässiger Partner.
Er hat unter seiner Besitzerin auf dem Warm-up Turnier 2007 auf der Lakefield Farm in der Pleasure und Horsemanship jeweils den ersten Platz belegt.
 
  
Theissen
 
Theissen ist ein Mix, aus welchen Rassen ist nicht ganz klar. Guckt er einen unter seinem langen Schopf an, sieht man in absolut liebe Augen, die sich vertrauensvoll auf den Menschen richten, aber auch mit einem Schalk im Nacken. Er ist ein 9-jähriger Wallach, der überwiegend freizeitmäßig geritten worden ist, bis Lisa als Reitbeiteiligung auf ihn kam. Die beiden sind auf den Fotos zu sehen. Lisa hat sich von Anfang an in ihn verguckt. Theissen ist ein total unkompliziertes nettes Pferd, eine absolut coole Socke im Gelände, wo er gerne mal seiner Energie freien Lauf läßt, alles natürlich kontrollierbar für seine Reiter. Hallen- oder Platzreiten konnte er nie so viel abgewinnen - aber Lisa. Lisa ist die jüngere Schwester von
Anna, die Fiddle reitet (zu sehen unter Eindrücke). Angespornt von der großen Schwester trainierte sie fleißig mit Theissen, aber es fehlte der rote Faden bei der Arbeit. Anfangs gab es Schwierigkeiten in der Nachgiebigkeit, sowie beim Vorwärtsgehen. Auch die Halle hat Theissen manchmal selbstständig verlassen, wenn er meinte das es jetzt genug mit Hallenreiten ist. Das wurde von vielen belächelt, aber für Lisa war das nicht besonders schön, nicht zu vergessen, das Gefahrenpotential, das darin steckt. Lisa hatte wirklich einen recht schweren Stand. Wir haben Theissen dann erst einmal beigebracht, dass der Zügel einen Sinn und eine Bedeutung hat. Ebenso mußte er lernen, dass er (z.B.) galoppiert, bis seine Reiterin ihm sagt, dass sie traben, schritt gehen oder anhalten möchte. Halle oder Platz selbstständig verlassen wurde nicht mehr akzeptiert. Nachdem Lisa Theissen gegenüber mehr Konsequenz hat walten lassen  ging es im Training rapide aufwärts bei den beiden. Endlich hörte er zu. Lisa konnte mit ihm Biegeübungen sowie viele Übungen zum Schenkelverständnis machen, woraus sich die Seitengänge entwickelt haben, Drehungen um Vor- und Hinterhand, ... Eine richtig gute Entwicklung hat der Galopp genommen. Theissen ist immer überwiegend im Rechtsgalopp angesprungen, auch auf der linken Hand. Mitlerweile springt er sicher im Rechts- und Linksgalopp an, egal ob aus dem Schritt oder Trab. Er ist leicht in der Hand und wenn man Lisa und Theissen heute (2008) sieht ist nicht mehr zu erkennen, wo die beiden herkommen. Ein starkes Team, die bestimmt noch viel zusammen erreichen werden.